SchlaFra

Am wunderschönen Achensee in Tirol angekommen, sind wir gleich hungrigst in ein gemütliches Gasthaus gegangen (so ne Zirbelstube), und haben uns sehr über die professionelle Freundlichkeit der ostdeutschen Bedienung gefreut! Verwöhnt und verweichlicht von der zumindest in Ostösterreich immer üblichen Authentizität, d.h. wo Schnitzel draufsteht ist auch Schnitzel drin, und nicht Schnitzelersatz und Haltbarkartoffelsalat, haben wir dann "Wiener Schnitzel mit Erdapfelsalat" bestellt und: Schnitzelersatz und Haltbarkartoffelsalat bekommen!

Das hat uns irritiert! So weit ist es also schon gekommen! Es ist kein Geheimnis, dass die Versorgung mit Lebensmitteln in der ehemaligen DDR auf Grund der sozialistischen Misswirtschaft dazu geführt hat, dass man z.B. mangels Salat eben Preiselbeeren genommen hat, bzw. mangels Schweinefleisch (von Kalbfleisch braucht man gar nicht zu reden) das Schnitzel dann eben ein PnP-Schnitzel sein musste (Paniermehl - nichts - Paniermehl). Aber warum gibt es in Tiroler Zirbelstuben nach Genzöffnung und grenzenlosem Kapitalismus nun Lebensmittelknappheit? Sind die Gasthäuser zu voll? Warum bekommen wir in der 80% der Tiroler Gasthäuser (die alle sehr gemütlich und professionell eingerichtet sind) plötzlich Preiselbeeren zum PnP Schnitzel? Warum müssen die zuagrasten Angestellten der Tiroler Einheimischen den Erdäpfelsalat wie Sklaven aus schweren 10 l Kübeln schöpfen und wahrscheinlich auch essen? Ist Aufbau Ost gleich Abbau West? Warum schmeckt alles nach Essig? Und die interessanteste Frage: Warum ist in Tiroler Wirtshäusern der Euro nur die Hälfte wert? Fragen über Fragen!
saschascha - 30. Jul, 12:08